Archiv des Autors: Wolfgang Meyer-Hesemann

Über Wolfgang Meyer-Hesemann

Dr. Wolfgang Meyer-Hesemann 1952 geboren in Quakenbrück. Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie, Promotion und Tätigkeit als Richter, Verwaltungsbeamter und Staatssekretär. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst (2009) ehrenamtliche Tätigkeiten im Kulturbereich (u.a. Vorsitzender des KulturForum Schleswig-Holstein e.V.) und Arbeit als freier Fotograf.

Acquedotti di Roma – Alltagsleben im Angesicht der Antike

 

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Aquädukte in Rom – wie leben die Menschen dieser Stadt mit den Resten der gewaltigen Aquädukte aus römischer Zeit? Zwei Wochen lang bin ich im September 2013 ihren Spuren vom Zentrum bis an den Stadtrand zur Grande Raccordo Anulare gefolgt. Ein anderes Rom zeigt sich dort, fern vom Tourismus und gelassen im Umgang mit der Antike.
Rom verfügte in der Antike über zahlreiche Aquädukte, die die Stadt mit frischem Wasser aus bis zu fast 100 km entfernten Quellen versorgten. Vieles ist im Laufe der Zeit verloren gegangen, aber immer noch sind in den wuchernden Stadtteilen vereinzelte Überreste zu entdecken – oft eingezwängt zwischen Bahnlinien und Straßen, Hochhäusern und Gewerbegebieten. Auch Reste von alten Barackensiedlungen finden sich noch in den niedrigeren Bögen der langsam im ansteigenden Hügel „versinkenden“ Aquädukte. Die Menschen haben sich hier schon immer die Antike für ihren Alltag erobert. Pier Paolo Pasolini begegnet einem auf Schritt und Tritt.

Seit Jahrtausenden überlagern und überformen sich in Rom städtebauliche und kulturelle Schichten. Die archäologischen Stätten im Zentrum (Foro Romano und Palatino, Colosseo, Fori Imperiali, Terme di Caracalla u.a.) stellen die antike Zeitschicht frei  und still, hübschen sie auf und zäunen sie ein.  Aber was haben die Jahrunderte mit den antiken Monumenten in den lebendigen römischen Stadtteilen gemacht?  Was ist geblieben und wie leben die Menschen heute damit? Wie kann ich die Synchronität von Antike und Gegenwart, von Bewahren und Nutzen bzw. Wandeln fotografisch fassen und nachvollziehbar machen?  Wie fange ich die spezifische Atmosphäre dieser Gebiete ein? Das sind die Fragen, auf die ich Antworten gesucht habe.

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Anmerkungen zur Ausstellung:

„Grand Tour“ (Kavalierreise) war die Bezeichnung für Reisen der Söhne des europäischen Adels, später auch des gehobenen Bürgertums, durch Mitteleuropa, Italien, Spanien und auch ins Heilige Land, auf denen der jugendliche Adelige fremde Länder und Sitten kennenlernen sollte. Die Bürger achteten später eher auf den Bildungs- und Nutzwert ihrer Reise. Auf diesen »Bildungsreisen« durch das sonnige Italien absolvierte man ein obligatorisches Ausbildungsprogramm, das zu den klassisch antiken Städten, Kunstschätzen und Denkmälern führte. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts, kurze Zeit nach Erfindung der Fotografie, standen deshalb Fotografien der Altertümer in hohem Kurs, um die Daheimgebliebenen an den Eindrücken der Monumente teilhaben zu lassen.
Heute stellt sich die Auseinandersetzung der Fotografen mit der Antike anders dar. Auf zwei wichtige deutsche Fotografen der Gegenwart möchte ich nur kurz hinweisen.
Michael Ruetz  hat zwischen 1976 und 1997 aus Anlass mehrerer Aufenthalte in der Villa Massimo in Rom das Auge seiner Kamera vor allem auf die Aquädukte Roms als Zeugnisse der Ewigkeit gerichtet (Michael Ruetz, Eye on Eternity, 2007). Ruetz hat das Mit-, Gegen- und Nebeneinander von Antike und Gegenwart in dramatischen schwarz-weiß Fotografien ins Bild gesetzt.


Auf ganz andere Weise hat in den vergangenen Jahren Alfred Seiland zentrale Orte des Imperium Romanum als Orte des Alltagslebens fotografisch dokumentiert und gezeigt, was die Zeit und der moderne Mensch aus der Antike gemacht und von ihr übrig gelassen hat und wie er heute mit ihr lebt (Alfred Seiland, Imperium Romanum, 2013). Seine Reise beginnt an der Porta Maggiore in Rom, die ebenfalls Ausgangspunkt meiner fotografischen Streifzüge im September 2013 war, die nochmal eine andere Schicht kultureller Überlagerung verfolgen.
„Was ist Rom? Welches Rom? Wo endet Rom und wo beginnt es?
Für den Fremden und den Besucher ist Rom die Stadt innerhalb der alten Stadtmauern aus der Renaissance. Der Rest ist vage, anonyme Peripherie, die das Anschauen nicht lohnt“ (Pier Paolo Pasolini, Die Front der Stadt, 1958).
Das Rom, das der Tourist nicht kennt und touristische Stadtpläne nicht verzeichnen, ist eine Stadt von gewaltigen Ausmaßen , die wir nun betreten.
Auf der Piazza di Porta Maggiore rauben einem der chaotische Verkehr von PKW, Kleintransportern, Bussen, Eisen- und Straßenbahnen und die hin und her strömenden Menschenmengen Atem und Auge. Kaum nimmt man das imposante Stadttor wahr und übersieht leicht, dass hier einst mehrere große Aquädukte zusammenliefen, die frisches Wasser aus den südöstlich der Stadt gelegenen Bergen herbeiführten und dieses in unterschiedliche Stadtteile Roms leiteten . Seit Jahrtausenden befindet sich hier ein Infrastruktur-Knotenpunkt im städtischen Leben Roms.
Von hier geht’s stadtauswärts in die alten und neuen borgate popolare – die vom einfachen Volk bewohnten Stadtteile Roms. Die stark befahrene Ausfallstraße Via Casilina und bald die enge Via Casilina vecchia hoch, dann über und zwischen einem bizarren, piranesihaften Gewirr aus Bahngleisen, Brücken, Bögen, abenteuerlich engen Straßen vorbei an gesichtslosen Mietskasernen, baufälligen, kleinen älteren Häusern, Werkstätten, Schuppen, kleinen verwilderten Gärten immer entlang an den Bögen des Aquädukts. Mitten hinein in eine „einzigartige römische Nischenformation: die Konfrontation der Schienenstränge mit den riesigen Aquädukten…. . Die Streifen und Abhänge zwischen Trassen und Bögen, Schneisen und Brücken, Antike und Industriezeitalter bilden ein kleinteiliges, so düsteres wie geschütztes Niemandsland.“ (Dorothea Dieckmann, Das Licht der Not. Rom im Blick Pier Poalo Pasolinis. Nachwort zu: Pier Paolo Pasolini. Rom, andere Stadt, Hamburg 2010, S. 91 ff.).

_DSC4374Hier ist sonst schon niemand mehr zu Fuß unterwegs. Nur Schleichverkehr rast über die staubigen, rumpeligen Pisten. Das Gelände steigt langsam an und die Bögen des Aquäduktes „versinken“ langsam im Boden. Zur Linken eine Unterführung der breiten Schneise, die die Bahntrassen zwischen die Siedlungen geschnitten haben. Sie führt in einen alten Stadtteil des römischen Subproletariats, das Pigneto. Trotz des unaufhaltsamen Prozesses der kleinbürgerlichen Assimilation auch heute noch weitgehend in seiner Struktur intakt, ein quirliger, schmuddeliger, von Touristen noch unentdeckter, aber bei Studenten und Künstlern angesagter Szenestadtteil.
Ich muss an den ersten Film denken, den hier 1961 Pasolini drehte: „Accattone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß“:
Vittorio Cataldi, genannt „Accattone“ („Bettler“ oder „Schmarotzer“), lebt in einer heruntergekommenen Vorstadt Roms. Nachdem er Frau und Sohn verlassen hat, verdient er als Zuhälter sein Geld. Tagsüber hängt er die meiste Zeit mit seinen Freunden herum, die dem gleichen Gewerbe nachgehen. Die Clique verbringt die Zeit mit Herumsitzen, Kartenspielen und sinnlosen Wetten.
Als Accattones einzige Hure, Maddalena, von einem Motorrad angefahren wird, zwingt er sie, trotzdem zu arbeiten. In dieser Nacht wird sie von einer konkurrierenden Bande aus Neapel zusammengeschlagen aus Rache dafür, dass sie ihren vorherigen Zuhälter Nero Ciccio ins Gefängnis gebracht hat.
So beginnt der Film, der ein riesiger Skandal wurde, aber Pasolini auch den internationalen Durchbruch bescherte.
Ich wandere die enge Via del Mandrione zwischen Aquädukt und Bahngleisen weiter hinauf. In den jetzt niedrigen Bögen finden sich noch Reste früherer Behausungen: leere Fensterkreuze in den zugemauerten Rückseiten, Putzreste, Wellblech, Kacheln und Fliesen früherer Küchen und Bäder. Bis in die 60er Jahre hinein haben hier bis hoch zum Quadraro Viertel vor allem obdachlose Zuwanderer aus dem Süden Italiens in schäbigen Barackensiedlungen, den sog. „tuguri“ gehaust (Link zu einem Foto).
Pasolini hat sich hier häufig aufgehalten. Er schreibt: „La pura vitalità che è alla base di queste anime, vuol dire mescolanza di male allo stato puro e di bene allo stato puro: violenza e bontà, malvagità e innocenza, malgrado tutto.“ [Pier Paolo Pasolini, „Vie Nuove“, maggio 1958]
Plötzlich finde ich mich vor einem vergitterten mannshohen Bogen des Aquäduktes, auf dessen Rückwand neben einem kleinen Fensterloch eine erschossene, nackte junge Frau gemalt ist, die im Dreck auf dem Boden hockt und ihren Kopf auf der Sitzfläche eines neben ihr stehenden einfachen Stuhls liegen hat. Ein bestürzendes Bild.

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Und erneut kommt Pasolini ins Spiel. In seinem letzten Film „Saló o le 120 giornate di Sodoma“ (dt.: Die 120 Tage von Sodom) aus dem Jahr 1975, zeigt uns Pasolini zum Schluss nach einem mörderischen Kopfschuss für 1 oder 2 Sekunden genau diese Szene. Wer hat sie hierhin versetzt?
Pasolini lehnt sich in diesem Film an de Sade und an Dantes Inferno an und zeigt die Höllenkreise der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes.
Der Film gilt bis heute als eines der umstrittensten Werke der Filmgeschichte. Wegen seiner offenen Darstellung von Vergewaltigung, Folter und Mord wurde der Film in vielen Ländern verboten. Kurz nach seiner Vollendung wird Pasolini unter bis heute ungeklärten Umständen grausam ermordet. Alleine, in dieser unwirtlichen Umgebung lässt einen dies Bild erschaudern.
Die Reste der in den Hügeln Roms immer wieder auf- und abtauchenden Aquädukte finden sich, weiter stadtauswärts, bald zwischen den mehrstöckigen Mietskasernen der in den 60er und 70er Jahren entstandenen Neubauviertel Roms, wie Tusculano, Appio Claudio oder Centocelle – zum Teil abenteuerliche, aber auch ruhige kleinbürgerliche Quartiere, in die normalerweise kein Tourist vordringt. Auch heute beziehen die Menschen die Bögen der Aquädukte in ihr Alltagsleben ein als Lagerräume, Werkstätten, Garagen, kleine Kapellen oder Veranden.
Durch den Parco degli Acquedotti, wo sich die imposanten Bogenreihen mehrerer parallel laufender Aquädukte auf freiem Feld über längere Strecken erheben, sind es dann nur noch wenige Kilometer bis zum Stadtteil Capannelle an der Grande Raccordo Anulare, dem großen Autobahnring um Rom herum.

Mittelstreifen

Mittelstreifen

Fotografien von Wolfgang Meyer-Hesemann
Eröffnung am 25. Januar 2015, um 11.15 Uhr
Kunstkreis Preetz e.V.
Gasstraße 5, D-24211 Preetz
25. Januar bis 15. Februar 2015, Do. bis So. 15-18 Uhr

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„Mittelstreifen“ – öffnet ein weites Assoziationsfeld. Mit dem Mittelstreifen assoziieren wir Fortbewegung, Veränderung und zugleich Orientierung auf der Straße. Der „Mittelstreifen“ ist eine lange Sequenz von Fotos, Postkarten, Collagen, Zeitungsausschnitten etc., die wie ein Filmstreifen in der Mitte der Höhe der Wände durch 3 bis 4 Räume läuft. Alle Bilder erzählen unterschiedliche Geschichten, die allerdings im Kopf der Betrachter erst entstehen müssen.

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Die allgegenwärtigen Fotografien und bewegten Bildern rasen in unserem Alltag wie der Mittelstreifen auf der Straße oft unter der bewussten Wahrnehmungsschwelle hinweg – und leiten uns doch. Viele Bilder bleiben unbewusst hängen, prägen unsere Bildwahrnehmung. Für mich ist Fotografie ein „Instrument der Weltaneignung und Welterzählung“. Und es ist häufig das Gewöhnliche, Allgegenwärtige, Übersehene und Unansehnliche, das merk-würdig ist, weil es das Besondere einer Umgebung ausmacht, zur spezifischen Atmosphäre beiträgt – jedenfalls in einer bestimmten Situation in meiner Wahrnehmung.


Die gewählte Art der Präsentation als durchlaufende „Installation“ über mehrere Räume ermöglicht es mir, eine rasche Einordnung und Interpretation der Bilder durch den Betrachter zu unterlaufen. Das versuche ich noch dadurch zu unterstreichen, dass ich Fotocollagen, Postkarten, Fotos von analogen Negativen, alte Fotoabzüge, übermalte Bilder, Fernsehbilder, Fotografien Dritter (Nail al Said) u.a. einstreue.
Jedes Bild erscheint so trotz der Aneinanderreihung mit anderen Fotografien frei von seinem Umfeld und seiner Geschichte – sozusagen in einem kontextlosen Kontext. Jedes kleine Stück Wirklichkeit ist aus seiner Umgebung herausgelöst und zu einer bestimmten hundertstel Sekunde stillgestellt – letztlich fiktionalisiert. Abgebildet ist eine artifizielle Relation von Ort, Zeit, Mensch, Situation etc., die es so nur in diesem Foto gibt.  Meine Interpretation des Abgebildeten im Foto bedarf deshalb ihrerseits der Interpretation durch den Betrachter, die nicht durch einen vermeintlichen Gesamtzusammenhang gesteuert wird.
Der Wolfgang Tillmans hat mit ähnlicher Intention schon vor einigen Jahren in seinen collagenartigen all-over-Wandinstallationen versucht deutlich zu machen, dass wir, wenn wir uns ein Bild von der Welt machen, immer an der Oberfläche kleben bleiben, diese Bruchstücke der Oberfläche aber große Aussagekraft haben. Er sieht die Fotografie selbst nicht als erzählerisches Medium. Erst der Betrachter schafft in einem Akt der Re-Kontextualisierung das größere Bild eines Allgemeinen.

Die Besucher sind aufgefordert, auf einer alten Reiseschreibmaschine Princess 300 (Jahrgang 1958), die in der Ausstellung steht, zu Bildern ihrer Wahl kurze Geschichten zu schreiben, die dann zu den Bildern gehängt werden und die Intentionen des Fotografen weiterspinnen oder in eine andere Richtung lenken.

In weiteren Räumen sind noch einige großformatige Sequenzen von Fotografien zu sehen (Airfield, The White Cello u.a.). Die Bildsequenz „Airfield“ entpuppt sich als Protokoll merkwürdiger Personalbewegungen auf dem riesigen Flugfeld.

„The White Cello“ verfolgt die Fortbewegung einer Person mit einem Instrument auf dem Rücken in einer surreal wirkenden Umwelt.

Die Bilderreise endet mit einem RoadMovie:

streetview 52

streetview 2 - Kopiestreetview 3

StreetView II

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Sabaudia

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Collages

 

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Venezia fuorimano

Etwas versteckt, jenseits der Pfade des Massentourismus, findet sich immer noch ein einfaches und liebenswertes Venedig.

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Caselli ferroviari di Sardegna

Sardinien ist besonders im Binnenland eine karge und arme Insel. Seit Jahrhunderten ist immer wieder versucht worden, auch das wilde, zerklüfte Bergland wirtschaftlich zu entwickeln. Fast immer ohne nachhaltigen Erfolg. Mit der tiefgreifenden Wirtschaftskrise der letzten Jahre hat sich die Situation nochmals dramatisch verschärft.
Ende des 19. Jahrhunderts war versucht worden, die häufig schwer zugänglichen Gebiete in den Bergen durch neue Schmalspur-Eisenbahnlinien mit den wirtschaftlich besser entwickelten Städten an der Küste zu verbinden. So sind über 600 km, häufig durch wilde, unzugängliche Landschaften führende Bahnlinien entstanden.

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Neben wenigen Bahnstationen sind entlang den Linien, ursprünglich in Sichtweite, Bahnwärterhäuschen errichtet worden, um die Befahrbarkeit der Strecken zu sichern und Unfälle besonders an Wegübergängen zu verhindern. Schon mit der Erfindung des Telegrafen und elektrischer Signale verloren viele dieser Einrichtungen ihre Funktion. Spätestens nach dem 2. Weltkrieg wurden fast alle Bahnwärterhäuschen und viele Bahnstationen verlassen. Sie sind inzwischen zum Teil bereits verschwunden, verfallen oder sind in wenigen Fällen in der Nähe von Ortschaften in kleine Wohnhäuser umgewandelt worden.

Zum Teil schon Anfang der 50er Jahre, spätestens aber seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts sind die unrentablen Nebenstrecken endgültig eingestellt worden. Nur einige Teile wurden bisher noch im Sommer für touristische Fahrten genutzt.
Ein spannendes frühes wirtschaftliches Entwicklungsprojekt auf Sardinien droht inzwischen in weiten Teilen endgültig vom Erdboden zu verschwinden. Die sardische Regierung plant ab kommendem Jahr, den gesamten Bahnverkehr auf diesen Strecken einzustellen, um Kosten zu sparen. Mit Investitionen in die Reste der Infrastruktur ist gar nicht zu rechnen.

Anscharpark Haus 3

Am 23. Januar 2015, um 19.00 Uhr, wird die Ausstellung im Maschinenmuseum Kiel-Wik, Am Kiel-Kanal 44, 24106 Kiel neu eröffnet.

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10 x 10 x 10 fotografische Annäherungen an das
Maritime Viertel
10 Fotografinnen und Fotografen haben 10 besondere Orte innerhalb des Maritimen Viertels Kiel erkundet und stellen im Maschinenmuseum Kiel-Wik jeweils 10 Fotografien gemeinsam aus.

Dauer der Ausstellung: 24.Januar 2015. bis 6. Februar 2015,
Montag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr, Samstag und Sonntag 11.00 bis 17.00 Uhr Donnerstag, 29. Januar 2015 und Freitag, 6. Februar 2015 auch von 19.00 bis 21.00 Uhr

www.maritimesviertel.de http://10x10x10.maritimesviertel.de
mail@10x10x10.maritimesviertel.de

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Die bloße fotografische Dokumentation des heruntergekommenen Gebäudes hat mich nicht befriedigt. Ich habe deshalb versucht, im ausgeschlachteten, geschundenen Kadaver des früheren Lazaretts Relikten seiner früheren Verwendung nachzuspüren und zugleich atmosphärisch die Stimmung des Niedergangs und seine apokryphen Botschaften einzufangen. Im Wechsel von mit dokumentarischem Anspruch auftretenden detaillierten schwarz-weiß Fotografien und eher rätselhaft anmutenden, teilweise unklaren oder abstrakt grafisch gestalteten Farbfotografien, die ein weites Assoziationsfeld eröffnen, schien mir dies am besten realisierbar.

Das Anscharkrankenhaus entstand 1903-1907 als Marinelazarett. Im zweiten Weltkrieg wurden einige Gebäude zerstört bzw. beschädigt. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die bestehenden Gebäude der Universitätsklinik angegliedert. Nach sukzessiver Aufgabe des Klinikbetriebes bis zum Jahr 2005 (u. a. aufgrund nicht mehr zeitgemäßer Gebäudestrukturen und des Gebäudezustandes) konnten im Anschluss nur wenige Gebäude einer Nachnutzung zugeführt werden. Bis in die 90er Jahre waren auf dem unter Denkmalschutz stehende Gelände noch Teile der Uniklinik untergebracht. Haus 3 bildet mit dem Verwaltungsgebäude (Haus 1) und dem Atelierhaus ein Ensemble im Anscharpark, das noch den Charakter des ursprünglichen Lazarett-Geländes samt seiner streng geometrisch angelegten Wege erhält. Das Haus 3 soll saniert werden. Nach der Sanierung ist eine (kreativ -) gewerbliche Nutzung vorgesehen.
Heute ist das Gebäude von sinnloser Zerstörung und Schmiererei gezeichnet.

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nature @ abstraction

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