CV/Zur Person: Wolfgang Meyer-Hesemann

CV
Wolfgang Meyer-Hesemann
Independent photographer
Walnussring 15
24239 Achterwehr
Germany
1952 born in Quakenbrück/Nds. Studies of Law and Philosophy, doctorate and occupation as judge, administrative civil servant and Permanent Secretary. After resignation from office (2009) voluntary works in the cultural sphere (chairman Kulturforum Schleswig-Holstein e.V.) and work as Independent Photographer. Autodidactic artistic and photographic work since approx. 1970.
Professional Workshops:
shift school for photography Dresden
International Summer Academy of Fine Arts and Media, Venice                                                            Fotografie Forum Frankfurt
with Götz Diergarten, Josef Schulz, Andy Kania, Melinda Gibson, Kaysa Gullberg, Tracey Derrick, Kathrin Sonntag.
For a detailed report on my person see: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2015-06/jobwechsel-staatssekretaer-kuenstler-wolfgang-meyer-hesemann

Wolfgang Meyer-Hesemann
Freier Fotograf
Walnussring 15
24239 Achterwehr

1952 geboren in Quakenbrück/Nds. Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie, Promotion und Tätigkeit als Richter, Verwaltungsbeamter und Staatssekretär. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst (2009) ehrenamtliche Tätigkeiten im Kulturbereich (u.a. Vorsitzender des Kulturforum Schleswig-Holstein e.V.) und Arbeit als freier Fotograf.

Autodidakt;  seit 1970 Arbeit an fotografischen Projekten.

Fotoworkshops bei:

shift school for photography dresden

Götz Diergarten

Josef Schulz

Andy Kania

Melinda Gibson

Kaysa Gullberg

Tracey Derrick

Kathrin Sonntag

Olaf Otto Becker

 

Kontakt:

Tel.: 0049 4340 499 217

meyer-hesemann@fotoreality.de

Mehr zu mir in einem Bericht auf Zeit-online vom Juni 2015 von Angelika Finkenwirth:

„Chancen zum Wechsel
Politiker mit Künstlerseele
Was arbeitet ein Politiker, wenn er nicht mehr mit regieren darf? Wolfgang Meyer-Hesemann hat sein Hobby zum Beruf gemacht – und genießt es .
Auf einem plattgefahrenen Acker steht ein altes Haus, es ist grau, an einigen Stellen hat es Risse, auf den terracottafarbenen Dachpfannen breitet sich schon Moos aus. Verlassen steht das Bauwerk in der Landschaft und gibt seinem Betrachter viel Raum für Interpretationen. Wolfgang Meyer-Hesemann (http://fotoreality.de/) hat das Bild in Italien aufgenommen. Natur und Landschaften inspirieren den Künstler. „Schöne Landschaftsaufnahmen findet man überall – das ist nicht meine Ambition, sondern eine neue, zeitgemäße Sprache für Landschaftsaufnahmen und Naturfotografie zu entwickeln“, sagt er. Der 62-Jährige ist Künstler mit ganzem Herzen – doch viele kennen ihn in einer ganz anderen Rolle. Bevor der Wahl-Schleswig-Holsteiner sein Hobby zum Beruf machte, war er 27 Jahre Politiker.
Seine Karriere begann als Verwaltungsrichter in Münster. „Doch schon nach ein paar Jahren hatte ich das Interesse, aus der Justiz heraus zu kommen. Es war ein berufliches Leben, das mir zu sehr nur auf Fakten basierte“, erzählt Meyer-Hesemann. Und tatsächlich bekam er die Chance dazu: Unter dem damaligen nordrheinwestfälischen Ministerpräsidenten Johannes Rau konnte Meyer-Hesemann in die Staatskanzlei nach Düsseldorf wechseln. In der Abteilung für politische Planung bewertete er Projekte unter juristischen Aspekten. Nach kurzer Zeit übernahm er die Geschäftsführung des Rundfunkausschusses NRW – dem Gremium, das den Privatrundfunk einführte – und wurde danach Büroleiter des Staatskanzlei-Chefs. „Dann kam die Wende und ich durfte viel an den Prozessen und Verhandlungen rund um die Wiedervereinigung im Hintergrund mitwirken.“
Zeit zum Verschnaufen gab es nicht, die nächste große Herausforderung wartete bereits auf den SPD-Mann: Johannes Rau schickte ihn als seinen persönlichen Berater in die Bildungskommission NRW, deren Aufgabe es war, Perspektiven für die Entwicklungsprobleme im Bildungswesen und der Schule zu erarbeiten. „Nach zwei Jahren legten wir unseren Bericht „Schule der Zukunft – Zukunft der Schule“ vor. Die rote Bibel. Für mich war diese Arbeit quasi der Einführungslehrgang für das, was danach kam: Ich bin in das Bildungsressort des Kultusministeriums gewechselt.“ 1998 wurde Meyer-Hesemann dann zum Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung ernannt.
Hart und schmucklos abgewickelt
Sechs Jahre später erhielt er einen Anruf, der ihn ins Grübeln brachte: „Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Ute Erdsiek-Rave, war auf der Suche nach einem neuen Staatssekretär als Ersatz für Ralf Stegner und bat mich um eine Empfehlung. Nach 12 Jahren in NRW sah ich darin die Chance eines Wechsels. Meine Frau und meine Tochter waren ebenfalls von der Idee begeistert. Also lautete meine Empfehlung: Nimm doch mich.“ Und das tat die Politikerin auch. Zwei Monate später zog Meyer-Hesemann samt Familie aus dem vergleichsweise riesigen NRW mit 18 Millionen Einwohnern in das überschaubare Schleswig-Holstein mit drei Millionen Einwohnern.
Alle waren zufrieden. Bis zum Juli 2009. Da brach die große Koalition auseinander und eine schwarz-gelbe Regierung folgte. „Wir wurden innerhalb von einer Woche auf die Straße gesetzt. Das ging relativ hart und schmucklos ab – ein tiefer Bruch nach so einer langen Zeit im Politikbetrieb“, erinnert sich Meyer-Hesemann, der zu dem Zeitpunkt 57 Jahre alt war.
Doch die lange Zeit im Politikbetrieb war auch sein Glück: „Ich war durch meine bisherige Tätigkeit so weit abgesichert, dass ich es mir erlauben konnte, ausschließlich das zu machen, was sonst immer eine geliebte Nebenbeschäftigung war, aber viel zu kurz kam: Mich mit Kultur und Fotografie zu beschäftigen.“ Björn Engholm folgte er als Vorsitzender des Kulturforums Schleswig-Holstein (www.kulturforum-sh.de) nach und begann, sich intensiv mit Fotografie zu beschäftigt. „Nach so vielen Jahren bürokratischer und politischer Arbeit war es gar nicht so leicht, wieder frei zu werden und eine andere Sicht zu bekommen, experimentell zu sein.“ Ein wenig deformiert habe er sich zunächst auf dem künstlerischen Terrain gefühlt, erzählt der Ex-Politiker und lacht. Er besuchte viele Workshops und arbeitete intensiv mit anderen Künstlern zusammen.
Früher: Knecht der Gremien und Terminkalender
Inzwischen hat der Fotograf sich frei geschwommen und etliche Ausstellungen gemacht. „Ich denke, dass ich heute auf einem Stand bin, mich mit meinen Arbeiten sehen zu lassen“, sagt er. Dennoch erlebe er immer wieder, dass er noch sehr stark in seiner alten Rolle wahrgenommen werde. „Für viele bin ich noch der frühere Staatssekretär. Zudem ist es wirklich schwer, sich unter den Künstlerinnen und Künstlern zu etablieren – auch weil viele junge Menschen auf dem Feld tätig sind – und wenn es um Publikationen, Auszeichnungen und Preise geht, wollen die immer junge Leute haben. Da muss ich jetzt sehen wie ich mich behaupte.“
Momentan arbeitet Meyer-Hesemann etwa an einem Buch über seinen früheren Beruf und wie er ihn heute sieht: „Es ist sehr spannend, das fotografisch umzusetzen.“ Zu seinem Portfolio gehören zudem Installationen und moderne Streetfotografie. Er sei kein Fotograf, der nur eine Sache mache, sehe seinen Mittelpunkt aber schon in Natur- und Landschaftsaufnahmen – inspiriert von der schönen Umgebung, in der er lebe. „Ich will aber nicht ausschließen, dass ich mich noch in eine ganz andere Richtung entwickel.“
Ganz sicher weiß er hingegen, dass er nie mehr in die Politik zurückkehren wird: „Ich habe meinen Beruf wirklich sehr gern gemacht, vermisse ihn aber überhaupt nicht. Das Leben war in weitem Maße fremd bestimmt, nun habe ich Raum, den ich selbst füllen kann. Das ist eine ganz andere Qualität und ein ganz großes Privileg, diese Chance in seinem Leben zu erhalten“, sagt er Ex-Politiker. Er sei glücklich mit seinem beruflichen Wechsel und auch mit dem des Bundeslandes, in dem er nun lebe.